Projekt Fortbildung

Über 30 Teilnehmer/innen machen im Juni – Oktober 2010 bei der Fortbildung „Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika — und was hat das mit uns zu tun?“ mit. Höhepunkt ist eine gemeinsam entwickelte Bundesweite Aktion mit Unterschriftenkampagne, die im Herbst an 20 Standorten von Ehrenamtlichen durchgeführt wird.

Fortbildungs-Seminare. In zwei Wochenend-Seminaren im Ludwig-Wolker-Haus in Kleinsassen in der Rhön wechseln sich informative Einheiten von Referentinnen, Arbeitsgruppen und rege Diskussionen im Plenum ab.

Praktische Übungen. Auch in praktischen Übungen wird gemeinsam anhand von selbstgewählten Situationen vorbereitet, wie das entwicklungspolitische Thema Weibliche Genitalverstümmelung am besten anzusprechen ist. Hier spricht eine „Försterin“ – das ist sie auch im echten Leben – im Rollenspiel ihre Kollegen an. „Hat echt viel gebracht“ – so das Feedback der Teilnehmerinnen.

Bundesweite Aktion gemeinsam entwickeln. Erste Ideensammlung. Im Einstiegsseminar im Juli werden die Grundlagen für die Bundesweite Unterschriftenaktion, öffentliche Infostände und Mitmach-Aktionen gelegt.

Impuls-Referat mit vertiefendem Know-How. K. Hesse, Anti-FGM-Fachkraft im Fulda-Mosocho-Projekt, bei einer Einheit zur weiblichen und männlichen Anatomie und dem Organ der Klitoris, um deren Verstümmelung es bei der weiblichen Beschneidung geht.

Vorbereitungsphase. Gut drei Monate lang wird gemeinsam per Telefon, Internet und E-Mails die bundesweite Aktion vorbereitet: angefangen vom Textentwurf der Unterschriftenkampagne bis hin zu öffentlichkeitswirksamen Plakaten.

Projektzentrale. Die LebKom-Geschäftsstelle in Fulda wird zur Koordinationszentrale. Immer wieder kommen neue Ideen und Anregungen. „Ich finde, die Karte zur Verbreitung der Beschneidung aus der Broschüre sollten wir an allen unseren Infoständen haben“ mailt eine Ehrenamtliche. Was machbar ist, wird mit vereinten Kräften umgesetzt. Zahlreiche Firmen helfen dabei mit Spenden – in diesem Fall durch Plakatdrucke.

Bundesweite Aktion. Endlich ist ist soweit: Auftakt der Bundesweiten Aktion am 11. September 2011. Hier ein Infostand bei Siegen — gleich vier Zeitungen hatten in der lokalen Presse auf die Unterschriftenkampagne hingewiesen.

Kein gut geeignerter Platz für einen Infostand mehr frei? No Problem. Das Nürnberger-Team entwickelte kurzerhand das „Info-Rad“ mit Plakaten und Materialien, mit dem es dann Stunden in Nürnbergs Innenstadt “tourte”.

Es kamen viele kreative Ideen zusammen. An manchen Orten gab es eine Art „Rahmenprogramm“ und an anderen Unterstützung durch kommunale Persönlichkeiten. In Düren gab es beides: die am längsten amtierende Frauenbeauftragte NRWs sammelte am Stand Unterschriften mit, und eine Afrika-Trommelgruppe schaffte zusätzliche Aufmerksamkeit.

Mit-Mach-Aktionen. Damit auch Eltern sich zum Thema informieren und mit ihrer Unterschrift engagieren können, gibt es an zahlreichen Standorten bundesweit „Mitmachaktionen“. Kinder können für jede Unterschrift ein lachendes Kindergesicht malen. Die Kleinsten sind mit Hingabe dabei, und auch viele Jugendliche halten und machen mit.

Das Laken voller lachender Kindergesichter symbolisiert eine gesunde Zukunft für Mädchen, die vor der Verstümmelung bewahrt werden.

3909 Unterschriften kommen bei der bundesweiten Aktion bis Oktober zusammen. Mit ihnen setzen sich Bürgerinnen und Bürger dafür ein, dass endlich professioneller Schutz durch Fachkräfte eingesetzt wird, damit bedrohte Mädchen und Frauen der grausamen Menschenrechtsverletzung nicht länger hilflos ausgesetzt sind.

Unterschriftenübergabe. Noch 2010 werden die Unterschriftenlisten an die ersten Politiker und Politikerinnen weitergegeben.
Hier rechts Alexander Alvaro/Düsseldorf, Mitglied des EU-Parlaments.

Im Brüsseler EU-Parlament. Die amtierende Vorsitzende des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter, Eva-Britt Svensson, nimmt sich der Sache persönlich an und lädt zum fachlichen Austausch ein.
Resultat: sie sagt zu, sich künftig für das Thema und die Forderungen einzusetzen.






