Projekt Schule

Entwicklung einer Unterrichtsserie zum Thema „Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika“. Dabei machen Klassen und Lehrkräfte aus vier Fuldaer Schulen mit: Winfriedschule, Ferdinand-Braun-Schule, Konrad-Adenauer-Schule und Heinrich von Bibra Schule.

Fachkraft aus der Entwicklungszusammenarbeit zu Gast. An jeder der Schulen ist an drei Tagen A. Baierlein zu Gast im Unterricht. Sie hat selbst schon in Lehmhomes in Kenia gelebt und im Fulda-Mosocho-Projekt gearbeitet. Die Referentin berichtet aus erster Hand, wie die Familien in der Mosocho-Region leben, und vor allem wie es den Frauen und Männern dort gelang, die schlimme Sitte der Weiblichen Genitalverstümmelung zu beenden. Noch 2001 waren 98% der Mädchen und Frauen beschnitten, heute sind es schon unter 30 %.

Von Mosocho lernen. Dazu haben, wie die Jugendlichen erfahren, besonders kenanische Lehrkräfte beigetragen, die vorher an einer Fortbildung des Fulda-Mosocho-Projektes teilnahmen. Sie gaben an ihren Schulen neues Wissen zur Anantomie der männlichen und weiblichen Sexual – und Fortpflanzungsorgane weiter. Einen Hauch davon, wie Unterricht in Mosocho hierzu so ist, erleben die Jugendlichen dann mit Frau Baierlein – das ist spannend. Nicht zuletzt auch, weil sie daraus einiges für sich selbst lernen können.

Rollenspiel „Barazza“ – „Dorfversammlung“: Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in Rollen kenianischer Männer und Frauen und versetzen sich in ihre Situation hinein. Wer will, kann sich mit Originalutensilien verkleiden. Diejenigen, die ihre Töchter nicht mehr verstümmeln lassen wollen setzen sich für einen Wandel ein und diskutieren mit “Befürwortern” der Praktik. Es geht sehr lebhaft zu und hoch her. Die Argumente für PRO und CONTRA wechseln sich ab.

Perspektivwechsel. In allen Klassen überrascht, wie viel aus Sicht von Menschen, die in eine Kultur hineingeboren sind, erstmal für eine Sitte sprechen kann, die für uns so eindeutig eine schlimme Menschenrechtsverletzung ist. Viele Jugendliche ziehen nach der „Barazza“ den Hut vor der Leistung der ersten Männer und Frauen von Mosocho, die es schafften, einen Wandel in einer ganzen Region Gang zu bringen.

Engagement. Etliche Schülerinnen und Schüler berichten in ihrem Freundeskreis und zuhause von dem Projekt. Nach den Sommerferien werden Jugendliche im Fuldaer Raum aktiv und setzen sich für bedrohte Mädchen und Frauen in Afrika. Ob ein Beitrag bei der Schülermitverwaltung, eine Aktion beim Tag der Offenen Tür der Ferdinand-Braun-Schule, ein Volunteer-Einsatz im Fulda-Mosocho-Projekt, es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu tun. Hier haben sich Jugendliche, die bei der Tanz-Performance „Thrill the World“ mitmachten …

zum Ziel gesetzt, auch etwas für die Mädchen in Mosocho, die von der Genitalverstümmelung bedroht sind, zu tun. Mit einem Infostand machten sie auf deren Situation aufmerksam und sammelten dann auch gleich noch Spenden für das Projekt.
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